Vereinsmitglied erhält besondere Berufung

Antonio Silvestri erhält Berufung vom Ringer-Weltverband

Antonio Silvestri (rechts) in Aktion – vom Ringer-Weltverband UWW wurde der 42-jährige zum neuen Kampfrichterchef berufen.

42-jähriger Murrer ist neuer Kampfrichter-Chef des Weltverbandes UWW

Ludwigsburg – Paukenschlag in der deutschen und in der internationalen Ringerszene – Der 42-jährige Antonio Silvestri wurde vom Ringer-Weltverband „United World Wrestling“ (UWW) zum neuen Kampfrichter-Chef berufen. Somit wird dieses wichtige Amt erstmals in der Geschichte von einem Deutschen besetzt.

„Ich bin aus allen Wolken gefallen, als am vergangenen Montag der Anruf des Präsidenten Nenad Lalovic kam. Das musste ich erst einmal verdauen“, sagt Antonio Silvestri, der in der Ringerabteilung des ASV Oßweil als Sechsjähriger erstmals auf der Matte stand. Bereits seit 2005 steht der Bereichsleiter der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) in Ludwigsburg als Kampfrichterreferent an der Spitze des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) und ging 2012 bei den olympischen Spielen in London als Referee auf die Matte. Seine herausragenden Leistungen blieben auch im Weltverband nicht unbemerkt - schon kurz nach dem drohenden Olympia-Aus und der Neu-Strukturierung in der Spitze des Weltverbandes, wurde Silvestri in die neue Regel-Kommission berufen. „Die Arbeit im Weltverband macht mir sehr viel Spaß, mit einem solch rasanten Aufstieg habe ich allerdings nicht gerechnet“, sagt Silvestri, der als Aktiver unter anderem 3.Deutscher Juniorenmeister im griechisch-römischen Stil war und beim VfL Neckargartach in der zweiten Bundesliga lange Jahre zu den absoluten Topathleten zählte. Seine Kampfrichter-Laufbahn begann er bereits im Alter von 16 Jahren beim damaligen Oberligisten ASV Kornwestheim. „Ich bin oft Samstags als Aktiver auf der Matte gestanden und am nächsten Tag habe ich bei Jugendturnieren gepfiffen“, sagt Silvestri, der sich sogar an eine Bezirksmeisterschaft erinnert, bei der in „Doppelfunktion“ im Einsatz war: „Nachdem ich gekämpft hatte, habe ich mich gleich umgezogen und dann bis zu meinem nächsten Kampf gepfiffen. Da bin ich beim Umziehen fast mehr ins Schwitzen gekommen, als beim Ringen“, lacht der sympathische Referee des Verbandsligisten RSV Benningen.

Nach der überraschenden Berufung warten nun viele neue Aufgaben auf Silvestri, der seit einem halben Jahr mit seiner Frau Victoria und den Kindern David und Sophia in Murr sesshaft geworden ist. Bereits in dieser Woche steht die erste Reise in die UWW-Zentrale nach Vevey in der Schweiz auf dem Programm. Hier werden unter anderem die Kernpunkte und Strategien für die Zukunft des Ringens besprochen. „Nach dem drohenden Olympia-Aus steht der Ringkampfsport bei den Spielen 2016 in Rio unter besonderer Beobachtung. Wir müssen unsere Sportart sowohl medial als auch für die Zuschauer attraktiver und verständlicher präsentieren“, so die klare Ansage von Silvestri. Da die Entwicklung zuletzt nicht nach Wunsch verlief, reagierte UWW-Präsident Nenad Lalovic in der vergangenen Woche und sorgte kurzer Hand für einen Wechsel in der Kampfrichterspitze: „Antonio Silvestri muss nun für eine zeitnahe Umsetzung sorgen. Ich erwarte mir von ihm neue Ideen und eine Verjüngung im Kampfrichterwesen“ setzt der Serbe hohe Erwartungen in Silvestri, der sich in Hinblick auf die olympischen Spiele 2016 in Rio zum obersten Ziel gesetzt hat, nur die besten Referees der Welt auf die Matte zu bringen. „Die Berufung von Antonio Silvestri ist auch für den Deutschen Ringer-Bund ein toller Erfolg“ freut sich DRB-Präsident Manfred Werner (Veitshöchheim), der Silvestri bereits in jungen Jahren im DRB und auch international tatkräftig förderte. „Diese Entscheidung des Weltverbandes ist auch das Ergebnis einer hervorragenden Zusammenarbeit zwischen dem DRB und dem UWW-Präsidenten Lalovic. Im Namen des DRB-Präsidiums sage ich Antonio bei dieser verantwortungsvollen und umfangreichen Aufgabe unsere volle Unterstützung zu“, so Werner, der lange Jahre selbst auf höchstem Niveau als Kampfrichter bei internationalen Meisterschaften und Turnieren im Einsatz war.

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