Olympia 2016 | Antonio Silvestri

Antonio Silvestri ist mittendrin im Geschehen

Der IOC-Präsident Dr. Thomas Bach stattete den Ringer-Wettkämpfen einen Besuch ab und sprach dem UWW-Kampfrichterchef Antonio Silvestri (rechts) ein großes Lob für die Leistungen der Referees aus.

44-jähriger Referee des RSV Benningen fungiert in Rio als Kampfrichterchef

RIO DE JANEIRO – „Mittendrin statt nur dabei“, so lautet das Motto des 44-jährigen Antonio Silvestri aus Murr, der bei den Olympischen Spielen in der brasilianischen Metropole als Kampfrichter-Chef des Ringer-Weltverbandes UWW fungiert.

„Man bekommt fast eine Gänsehaut, wenn die Stimmung in der Halle bei den Finalkämpfen zu kochen beginnt“, sagt Antonio Silvestri, der seit dem vergangenen Wochenende im Dauerstress ist. Der Referee des Verbandsligisten RSV Benningen, seit April des vergangenen Jahres Kampfrichter-Chef des Weltverbandes UWW, ist in Rio für die komplette Einteilung der Unparteiischen verantwortlich. „Den zahlreichen Zuschauern wurden bisher hochklassige Mattenduelle geboten. Vor allem in den oberen Gewichtsklassen gab es im griechisch-römischen Stil zum Teil spektakuläre Aktionen zu bestaunen“, lautet die positive Zwischenbilanz des Bereichsleiters bei der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) in Ludwigsburg. Lob erhielten Silvestri und seine Mitstreiter vom IOC-Präsidenten Dr. Thomas Bach, der einige Kämpfe mit großem Interesse vor Ort verfolgte. Besonders lautstark unterstützt werden in der Halle hauptsächlich die asiatischen Athleten, wie zum Beispiel die 32-jährige Japanerin Kaori Icho, die im Limit bis 58 Kilogramm bei ihrer vierten Olympia-Teilnahme bereits die vierte Goldmedaille erkämpfte. Begeistert gefeiert wurden auch die beiden kubanischen Olympiasieger Ismael Borrero (59 kg/Griechisch-römisch) und Mijain Lopez (130 kg/Griechisch-römisch). Der Schwergewichts-Goldmedaillengewinner Lopez kämpfte zuletzt in der 1.Bundesliga für den deutschen Mannschaftsmeister ASV Nendingen. In dieser Gewichtsklasse verpasste der Neckargartacher Eduard Popp nur knapp eine Medaille. Nach zwei Siegen und einer Niederlage traf Popp, der zu Zweitliga-Zeiten in den Jahren 2010 und 2011 für die Benninger Ringer-Staffel auf die Matte ging, im Kampf um Bronze auf Sabah Shariati aus Aserbaidschan. Gleich zu Beginn des Duells wurde Popp von seinem Kontrahenten „kalt erwischt“ und musste eine Schulterniederlage hinnehmen. Trotz dieser Niederlage erhielt der 25-jährige Heilbronner viel Lob vom DRB-Sportdirektor Jannis Zamanduridis: „Eddy hat ein starkes Turnier gerungen, die Bronzemedaille wäre die Krönung einer tollen Vorbereitung gewesen“, lautete das Urteil des ehemaligen Weltklasse-Athleten. Pech hatte in Rio der amtierende Weltmeister Frank Stäbler aus Musberg, der - durch eine Verletzung gehandicapt - in der Klasse bis 66 Kilogramm am Ende mit dem siebten Platz Vorlieb nehmen musste. „Die deutschen Athleten haben sich insgesamt super verkauft. Die Bronzemedaille von Denis Kudla aus Schifferstadt war natürlich ein Highlight“, sagt Antonio Silvestri, der nach den aktuell laufenden Frauen-Wettkämpfen noch die Freistil-Veranstaltung der Männer vor sich hat. Nach dem Besuch der Abschlussfeier steigt der Murrer dann am 23.August wieder in den Flieger Richtung Heimat.

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